Eine Studentin schrieb mich an, damit ich ihr Tipps für die mündliche Prüfung zu ihrer Schwerpunktarbeit gebe. Leider war der schriftliche Teil mit fünf Punkten nicht gut gelaufen und sie war deswegen auch sehr geknickt, was ich nachvollziehen kann, auch wenn mir aus den Gesprächen recht schnell klar wurde, was sie an wichtigen Punkten im Rahmen ihrer schriftlichen Ausarbeitung alles nicht gesehen hatte. Die Bewertung des Professors war aus meiner Sicht ok.

Für einen außenstehende Dritten mit mittlerweile 34 Semestern Lehr- und Coachingerfahrung kann ich mittlerweile recht schnell erkennen, wo die Schwerpunkte liegen, selbst wenn ich von dem Thema selbst in der Regel nur wenig Ahnung habe. Für eine Studentin, die mitten in der Prüfung steckt und nervös ist, ist dies umso schwerer. Zudem besteht immer die Gefahr, dass man im Laufe der Prüfung „betriebsblind“ wird, weil man so viele Baustellen hat und einen Tunnelblick entwickelt.

Auch wenn dritte Personen inhaltlich nicht einsteigen dürfen und können, so wäre ein Blick eines neutralen Dritten häufig soooo unfassbar wichtig und hilfreich.

Für die mündliche Schwerpunktpräsentation habe ich nur einige Fragen stellen müssen, damit die Kommilitonin auf die ein oder andere Idee kam. Sehr gefreut habe ich mich über die Reaktion nach einigen Tagen, nachdem die mündliche Prüfung gelaufen war: Die Studentin hatte 12 Punkte geholt und war sehr froh.
Dies zeigt zum einen, dass vielfach Professoren die mündliche Leistung – was auch richtig ist – unabhängig von der schriftlichen Arbeit wertschätzen können und belegt meine Kernthese:

Bitte gib‘ nicht auf. Niemals.

Natürlich ist der Mix aus 5 und 12 Punkten kein Traumergebnis, jedoch zeigt die enorme Steigerung, was alles möglich ist.

Falls Ihr Fragen zum Studium oder zur Schwerpunktarbeit habt, schreibt mich an: info@studentenbildung.de.